5 Gründe, warum Ihr Euch mit GAIA-X auseinandersetzen solltet

In unserer siebten Ausgabe der „5 Gründe, warum“-Reihe nennt uns Willi Scholz vom Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) 5 gute Gründe, warum wir uns mit GAIA-X beschäftigen sollten.

Erstens: Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts

Daten werden von wenigen Großkonzernen gesammelt. Es zeigt sich zum Beispiel, dass wir in Europa keine nennenswerten Anbieter von Betriebssystemen haben, dass wir keine Suchmaschine wie Google haben, kein soziales Netzwerk wie Facebook und schon gar nicht einen weltweit führenden Anbieter von Cloud Services wie Amazon Webservices. Genau hier hängt Europa zurück und da wird es wichtig sein, dass wir mit GAIA-X Alternativen für ein Innovations-Ökosystem zu bieten, das Unternehmen in Zukunft in Europa mit europäischen Werten verbunden möglich macht.

Zweitens:  GAIA-X schafft digitale Souveränität

GAIA-X will für Dich, für Europa, seine Bürgerinnen und Bürger, seine Unternehmen, ein System schaffen, in dem eben Deine Daten in Deinen Händen bleiben. Du sollst entscheiden, was damit geschieht. Und dafür braucht es ein offenes, transparentes System, das als Alternative zu den außereuropäischen Großkonzernen funktioniert. Hier setzt GAIA-X an, in dem es nicht ein Alternativangebot bietet, sondern bestehende Strukturen zusammenbringt – und das unter dem Stichwort ‚Innovation fördern und gleichzeitig digitale Souveränität schaffen‘. Digitale Souveränität meint hier eben genau: Du weißt, wo deine Daten verwendet werden, Du weißt, was mit ihnen geschieht und Du kannst sie zwischen den Systemen mitnehmen.

Drittens: GAIA-X setzt offene, transparente Standards

Wichtig ist, dass durch GAIA-X kein Konkurrenzprodukt zu Amazon und anderen geschaffen werden soll. Vielmehr geht es darum, offene, transparente Schnittstellen zu schaffen, Unternehmen zu ermöglichen, zu interagieren, ihre Daten auszutauschen, dabei aber zu wissen, dass sie in einem verlässlichen Umfeld vertrauensvoll mit den Daten arbeiten können. Genau hier setzt GAIA-X an: Diese Schnittstellen und Standards zu entwickeln, so dass wir eine vertrauensvolle, auf europäischen Werten aufsetzende, Wirtschaft entwickeln können und eben Cloud-Strukturen, aber auch Betriebssystem-Software zur Verfügung gestellt werden können, im Wissen für die Unternehmen, dass man zwischen den Systemen wechseln kann und ihre Daten in ihren eigenen Händen bleiben – und genauso gilt das auch für Deine eigenen Daten. GAIA-X steht vielen offen: unter anderem Großkonzernen, kleinen und mittleren Unternehmen. Alle sind eingeladen, sich zu beteiligen, sich einzubringen, ihre Daten zu integrieren, ihre Herausforderungen oder Chancen, die sie sehen, zu bennen, sodass daraus etwas Gemeinsames entstehen kann. Viele Unternehmen sind auch schon involviert. Es ist nun wichtig, offene, transparente Schnittstellen zu schaffen und so ein gemeinsames Projekt für die deutsche Wirtschaft als Grundlage zu entwickeln. Gelingt uns dieser vertrauensvolle Austausch von Daten, haben wir eine sehr gute Grundlage für eine datenintensive Wirtschaft und damit eine wichtige Grundlage für maschinelles Lernen oder künstliche Intelligenz. GAIA-X entwickelt dabei ein digitales Ökosystem, das es besonders auch kleinen und mittleren Unternehmen erlaubt, Handlungsoptionen zu erhalten, zum Beispiel Markttransparenz zu erfahren oder zwischen den Anbietern zu wechseln, sodass sie Optionen bekommen, wie sie sich am Markt verhalten können, ohne die allseits bekannten Log-In-Effekte, die sonst große Systeme mit sich bringen.

Viertens: GAIA-X stärkt europäische Zusammenarbeit

GAIA-X ist ein Projekt von Europa für Europa. Wir erleben derzeit Handelskonflikte und internationale Spannung. Und genau in diesem Umfeld ist es sehr wichtig, dass Europa digital souverän agieren kann. GAIA-X ist von Offenheit und Transparenz geprägt.

Viele Unternehmen arbeiten schon zusammen, es sind bereits jetzt rund 300. Gleichzeitig sind diese Unternehmen aus 14 Ländern und arbeiten über Grenzen hinweg zusammen an den Kernelementen von GAIA-X und schaffen so Transparenz und Innovation über Ländergrenzen hinweg. In der aktuellen Phase richtet sich GAIA-X vor allem auch an kleine und mittlere Unternehmen, die sich über den GAIA-X-Hub Deutschland informieren können und sich auch mit ihren Use Cases einbringen können.

Fünftens: GAIA-X verknüpft Wirtschaft und Wissenschaft

Auch die Wissenschaft arbeitet an einem vernetzten System für Daten, in der Wissenschaft reden wir vor allem über Forschungsdaten. Und hier sprechen wir von der European Open Science Cloud, kurz EOSC. Wenn wir die Forschungsdaten aus der EOSC mit den Wirtschaftsdaten aus GAIA-X verknüpfen, bringen wir Wirtschaft und Wissenschaft wesentlich enger zusammen. Wenn wir gute Schnittstellen schaffen, gelingt es uns, neue Innovationen zu entwickeln und darauf aufbauend mehr Wohlstand für Europa.