5 Gründe, warum Ihr Euch mit maschinellem Lernen auseinandersetzen solltet

Im dritten Teil unserer „5 Gründe, warum…“-Kampagne nennt euch Prof. Dr. Dirk Nowotka, Professor für Informatik an der CAU Kiel, 5 Gründe, weshalb Ihr euch mit maschinellem Lernen beschäftigen solltet.  Den Clip findet Ihr auf unserer Startseite und für alle Freund*innen des Schriftlichen gibt’s Prof. Dr. Nowotkas 5 Gründe auch hier nochmal zum Nachlesen:

Erstens: Maschinelles Lernen ist cool

Das maschinelle Lernen ist eine völlig neue Art ein Computersystem zu bauen oder einen Computer zu programmieren. Anstatt Schritt für Schritt zu sagen, was die Maschine tun soll, wenn etwas Neues kommt und wie die Maschine etwas zu kategorisieren hat, ist dies beim maschinellen Lernen anders.
Der Maschine werden Beispiele vorgegeben, z.B. Bilder, und der Algorithmus verarbeitet diese Beispiele und generalisiert sie. Das heißt, wenn man der Maschine ein neues Bild zeigt, weiß sie in der Regel in welche Kategorie dieses Bild einzuordnen ist. Das ist ganz grob gesagt, was maschinelles Lernen ist und wie es sich von anderen Technologien unterscheidet.

Zweitens: Maschinelles Lernen ist schon jetzt überall

Wir finden diese Technologie in unseren Smartphones, in Sprachassistenzsystemen. Wir finden sie auch in der Medizin. Wir finden sie in modernen Autos. Wir finden sie aller Orten und die Verbreitung wird immer mehr stattfinden.
Mit maschinellem Lernen sind wir in der Lage, Dinge effizienter zu machen. Wir sind in der Lage, Ressourcen zu schonen. Wir sind in der Lage, neue Geschäftsmodelle zu finden und neue Wertschöpfung zu betreiben. Wir sind in der Lage, Menschen besser zu helfen und neue Technologien aufzubauen, die das Leben von Menschen verbessern. Z.B. könnten wir durch maschinelles Lernen unseren öffentlichen Nahverkehr wesentlich effizienter machen.
Wir könnten die Ressourcen, die wir haben, so einsetzen, dass genau dann, wenn man ein Transportbedürfnis innerhalb einer Stadt hat, dann auch die Kapazitäten vorzufinden sind, also die Busse da sind, die Leihfahrräder an der richtigen Stelle stehen oder eben auch das Elektro-Auto kommt, wenn es denn autonom fährt.
All das wird möglich mit maschinellem Lernen und auch nur mit maschinellem Lernen.

Drittens: Mit maschinellem Lernen kann jede*r die Welt mitgestalten

Unsere Zukunft ist digital. Sie ist smart. Sie nutzt sehr viele neue Technologien auf Computerbasis. Das maschinelle Lernen befähigt uns neue Produkte zu bauen und neue Dinge zu kreieren, an die wir vorher noch gar nicht gedacht haben. Sie hilft uns zum Beispiel personalisierte Medizin für jeden einzelnen in einem großen bezahlbaren Maßstab verfügbar zu machen. Sie hilft uns neue Materialien mit neuen Eigenschaften zu erforschen, die unser Leben besser machen. Sie hilft uns effizientere Verkehre zu organisieren – bessere Fortbewegungsmittel. Sie hilft uns, ein smartes Energienetz aufzubauen, erneuerbare Energien auch bezahlbar, massentauglich und sicher zu gestalten.
Alles das ist mit maschinellem Lernen möglich. Es ist die Grundlagetechnologie dafür.
Dafür muss nicht jede*r Informatik studieren. Es reicht, ein grundlegendes Verständnis zu haben und zu wissen an welchen Stellen man diese Technologie einsetzen kann und dann die dafür passenden Expert*innen heranzuholen.

Viertens: Ein Verständnis von maschinellem Lernen hilft uns allen

Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz erzeugen Ängste und Bedenken. Sollen autonome Autos zugelassen werden? Wollen wir maschinelles Lernen in der Medizin haben, das den Arzt unterstützt oder vielleicht sogar ersetzt? Wollen wir uns einer Maschine ausliefern?
Es gibt viele Ideen, welche Dystopien entstehen können, wenn Maschinen intelligent werden.
Manches davon ist berechtigt, vieles davon jedoch nicht, da die Technologie es gar nicht hergibt. Die beste Art und Weise sich mit etwas neuem auseinanderzusetzen, ist es zu verstehen. Was wollen wir mit dieser neuen Technologie erreichen? Wollen wir regulieren, dass es zum Beispiel im Online-Shopping oder in der Online-Werbung unsere persönlichen Profile verwendet oder wollen wir da freien Lauf lassen? Wollen wir diese Technologie fördern, um neue Dinge zu entdecken und zu bauen? Oder wollen wir sagen: Nein, an der Stelle ist Schluss! Da wollen wir nicht weitermachen?
Um dies jedoch vernünftig tun zu können, ist es gut, wenn wir in der Allgemeinheit ein gewisses Grundverständnis davon haben, was maschinelles Lernen bedeutet, was damit getan werden kann und wo deren Grenzen liegen. Dann können wir als Gesellschaft viel besser entscheiden, wie wir uns dieser neuen Technologie gegenüber verhalten.

Fünftens: Maschinelles Lernen ist gekommen, um zu bleiben

Maschinelles Lernen beeinflusst uns und bestimmt unsere Welt nicht nur heute, sondern wird dies auch in Zukunft tun. Maschinelles Lernen ist da und wird bleiben. Es geht nicht mehr weg. Es wird in seiner Bedeutung noch wachsen. Es ist nur logisch, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen und auch wollen, um die Möglichkeiten zu nutzen und uns auch dazu verhalten können; um diese Technologie zu unserem Normal zu machen mit dem wir leben und zu dem wir eine Meinung und ein Verständnis haben.
Es ist nichts Komisches und Neues und vielleicht Beängstigendes, an dem unrealistische Erwartungen hängen, sondern etwas völlig Normales, was Teil unseres Lebens sein wird. So wie wir uns damit auseinandersetzen, dass es Elektromotoren und Getriebe gibt, die auch alle einmal entwickelt wurden, aber jetzt von uns als völlig normal angesehen werden. So wird es auch mit maschinellem Lernen sein.