Pixelbild

Das Pixelbild der #diwokiel 2017

Vor einigen Wochen war Martin Fischbock, Gründer und CEO von Light Instruments im Digitale Woche Kiel Büro zu Gast. Wir haben mit Martin über den gemeinsamen Beitrag seines Unternehmens und der Kieler Wirtschaftsförderung zur Digitalen Woche Kiel 2017 gesprochen: Das Pixelbild!

Danke, dass du da bist, Martin. Erzähl es unseren Leser*innen: Was genau ist das Pixelbild?

Das Pixelbild ist eine wunderbare Zusammenarbeit aller Protagonist*innen, die sich für die Digitale Woche Kiel 2017 interessiert und sich durch ihre gesetzten Pixel digital verewigt haben. Es lief eine Woche lang, also während der gesamten #diwokiel. Wir konnten so allen Mitbürger*innen die Möglichkeit geben, sich dort entweder in Zusammenarbeit mit Freunden, oder auch mit Fremden, gemeinsam auf diesem Bild zu verewigen.

Das heißt, jede*r konnte einfach auf die Seite gehen und mitmachen?

Richtig, es gab eine URL, die jede*r aufrufen konnte, um sich auf einem sog. Canvas, also einem Bild, das 1024×768 Pixel enthält, auszutoben. Jede Sekunde durfte 1 Pixel gesetzt werden. Man konnte hierbei aus 16 Grundfarben auswählen und daraus kann man dann schon einiges kreieren.

Pixelbild

Der Kieler OB Dr. Ulf Kämpfer setzt gemeinsam mit Martin Fischbock den ersten Pixel auf der #diwokiel 2017

Wie kam es zu der Idee?

Kathrin Reinicke von der Kieler Wirtschaftsförderung und Leiterin des Digitale Woche Kiel Büros kam auf uns zu und fragte, ob wir eine Möglichkeit sehen, die Digitalisierung visuell darzustellen. Die Inspiration, dies in Form eines Pixelbildes zu realisieren, hat sich indirekt durch Reddit ergeben. Reddit ist ein Forum bzw. Microblog, wo sich viele kreative Leute austauschen und diskutieren. Am 01.04.2017 gab’s dort dann die Aktion, dass man, genauso wie wir es dann später zur #diwokiel gemacht haben, alle paar Sekunden einen Pixel setzen konnte. Am Anfang ist das Projekt auf Reddit relativ langsam gestartet, hat dann aber durch die ganzen verschiedenen Communities doch schnell an Fahrt aufgenommen. Es entstanden Kollaborationen zwischen einzelnen Projektgruppen und sehr witzige Ideen und Motive. Diese haben gezeigt, wie dynamisch und lebendig das Internet doch ist und dass sowas wie ein Pixelbild nur durch Zusammenarbeit und Kommunikation funktionieren kann.

Wie hat sich das Pixelbild während der Woche entwickelt?

Am Anfang begann auch unser Pixelbild recht langsam, es bedurfte erst einmal einer Portion Marketing. Glücklicherweise gelangte das Projekt durch unsere Maßnahmen recht schnell an die ‚richtigen‘ Leute. Zum Ende der Woche haben wir klar gemerkt, dass immer mehr Menschen an diesem Bild teilhaben und mit dessen Dynamik interagieren wollen. Wir hatten zwischendurch auch mit Bots zu tun, die von einigen Leuten aus Schleswig-Holstein programmiert wurden. Da wurde dann versucht, sich werblich und großflächig zu platzieren. Wir haben diese Herausforderung aber schnell in den Griff bekommen.

Es gab ganz wunderbare Chats zwischen Leuten, die sich via Pixelbild ‚unterhalten‘ haben, als sie merkten, dass zeitlich parallel jemand an selber Stelle pixelt. Da wurden dann visuell Fragen formuliert wie „Hey, wie geht’s und was machst du?“. Daran hat man beeindruckend sehen können, wie sich völlig fremde Leute über diesen Kanal direkt austauschen und eine Zusammenarbeit starten. Man konnte toll beobachten, wie manche Bereiche von einigen Leuten gleichzeitig bearbeitet wurden, die dann beispielsweise Fahnen, Symbole oder Schriftzüge miteinander pixelten. Oder es gab schöne kreative Transformationen: Als beispielsweise aus „Moin, ich bin’s, Torsten Albig“ das zeitgenössische Bonmot „Moin, I bims, Torsten Albig“ wurde, was natürlich total witzig ist und gleichzeitig sehr schön widerspiegelt, wie so ein Projekt mit Leben gefüllt werden kann.

Konnte jede*r die Entwicklung des Pixelbilds auch in Echtzeit verfolgen, selbst wenn die Person selbst sich gar nicht daran beteiligt hat?

Ja, man konnte auch einfach nur die Seite aufrufen und beobachten, wie Bilder gezeichnet wurden. Auch heute noch ist das fertige Pixelbild online einsehbar.

Gab es witzige oder skurrile Anekdoten bezüglich des Pixelbildes im Rahmen der #diwokiel 2017?

Anscheinend ist es eine Art ‚Fluch des Internets‘, dass einfach viel über männliche Geschlechtsteile definiert wird. Nach ein paar Tagen haben wir bemerkt, dass irgendjemand versucht, einen großen Phallus auf dem Pixelbild zu platzieren. Mein Mitarbeiter kam dann spontan auf die Idee, daraus einen Elefantenkopf zu machen, was wir daraufhin auch umgesetzt haben. Wir hängten diesem Kopf dann auch noch einen Körper an und sind sehr froh, dass das Endergebnis schlussendlich jugendfrei aussah.

Darüber hinaus sind uns einige der Kollaborationen auf dem Pixelbild besonders im Gedächtnis geblieben. Links oben hat ein Bekannter von uns einen Synthesizer konstruiert, dem dann wiederum von einer anderen Person ein Laptop ‚angeschlossen‘ wurde. Dazu kam später noch ein Keyboard. Das Zusammenwirken einzelner Zeichner wird durch sowas ganz wunderbar deutlich und ist wirklich faszinierend – Vor allem, wenn man live dabei zusieht.

Habt ihr euch irgendwelche Vorgaben oder Ziele mit dem Pixelbild gesetzt?

Es war für uns wichtig, Leuten auf den ersten Blick zu vermitteln, dass dieses Pixelbild im Rahmen der Digitalen Woche Kiel konstruiert wird. Deshalb haben wir das Feld in der Mitte des Canvas gesperrt, um das Logo permanent sichtbar zu lassen. Genauso grundlegend war für uns die Nutzerfreundlichkeit: Jede*r sollte sofort begreifen, dass man hier ohne technische Vorkenntnisse partizipieren und sich innerhalb weniger Sekunden verewigen kann. Ich glaube, dass uns beides gut bis sehr gut gelungen ist.

Pixelbild

Martin Fischbock mit einem eingerahmten Exemplar des Pixelbildes im Digitale Woche Kiel Büro

Hast du ein Lieblingsbild in der Endfassung des Pixelbildes?

Ich habe einen Liebesbeweis für meine Freundin dort platziert. Das ist natürlich mein absolutes Lieblingsbild. Und um der Frage vorauszugreifen: Nein, ich verrate nicht, um welche Pixel es sich dabei handelt (lacht). Weiterhin finde ich aber die unzähligen Kleinigkeiten, Figuren, Superhelden und weitere popkulturelle Referenzen faszinierend, die sich über das gesamte Bild verteilen. Ich kann mir das Pixelbild stundenlang anschauen und entdecke häufig neue Kreationen, die mir so vorher noch gar nicht aufgefallen sind.

Wird es das Pixelbild auf der #diwokiel 2018 wieder geben?

Ich würde es mir sehr wünschen. Denn ich glaube, dass die Digitale Woche Kiel in diesem Jahr noch mehr Leute erreichen wird. Dadurch gestaltet sich ein Projekt wie das Pixelbild natürlich automatisch noch spannender. Es wäre wirklich interessant zu sehen, was bei einer zweiten Auflage des Bildes passiert. Was verändert sich? Was wiederholt sich und bleibt gleich? So ein Konstrukt ist natürlich gewissermaßen auch ein Spiegel des Zeitgeistes. Man sieht deutlich, mit welchen Themen sich Menschen gerade beschäftigen und was sie als wichtig empfinden. Wir haben hier auch verschiedene Möglichkeiten zur Herangehensweise: Eine Option wäre es, das 2017 zusammengestellte Pixelbild wieder aufzugreifen und Leute weiter daran arbeiten zu lassen. Oder man fängt wieder ‚bei Null‘ an. Ich denke, beide Optionen wären jeweils sehr spannend.

Martin, vielen lieben Dank für das nette Gespräch und die interessanten Informationen!