Digital Sightseeing – Part 4: Kultur im digitalen Wandel

Next Up auf der DIGITAL SIGHTSEEING – Tour: Kultureinrichtungen und Digitalisierung.

Kultureinrichtungen befinden sich, ebenso wie die gesamte Gesellschaft im Kontext der Digitalisierung, in einem fortlaufenden Wandel: Theater, Bibliotheken, Volkshochschulen, Museen und viele mehr, sie müssen sich der Aufgabe stellen, zeitgemäß Inhalte zu vermitteln, die richtige Plattform für die gesellschaftliche Diskussion anzubieten, Wissen zu vermitteln und dabei auch noch zu unterhalten.

Eine Roadmap bietet der Digitale Masterplan Kultur des Landes Schleswig-Holstein. Eine zentrale Funktion dabei erfüllt die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek.

 

Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek – ein digitales Kompetenzzentrum für die kulturelle Infrastruktur

Daten sind das Kerngeschäft der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek (SHLB) in Kiel. Seien es Bücher oder Handschriften, Bilder oder Dokumente: Hier wird alles gesammelt, was über Geschichte und Kultur des Landes von Bedeutung ist. Schon immer gehörten Informations- und Wissensmanagement zu den zentralen Aufgaben einer Bibliothek. Als neue Funktion unterstützt die SHLB Kultureinrichtungen im Land dabei, digitale Strategien und Innovationen zu entwickeln und umzusetzen. Themen könnten dabei beispielsweise die Kommunikations- oder Digitalstrategie von Museen oder die Gestaltung eines Change-Prozesses in diesem Kontext darstellen. Ein derzeit in Planung befindlicher Umbau wird das Haus zu einem Dritten Ort in der Stadt machen. Hier wird Begegnung von Tradition und Fortschritt ebenso möglich wie die Begegnung von Bürgerinnen und Bürgern untereinander. Dabei werden die Chancen der Digitalisierung ins Gespräch gebracht und die Risiken betrachtet. Die SHLB wird zum Kulturspeicher SH.

In Kooperationsarbeit mit der Fachhochschule Kiel sind bereits unterschiedliche Projekte entstanden, bei denen digitale und innovative Technologien wie KI oder AR Anwendung finden. Zuletzt wurde im Frühjahr 2021 der Kultur-Hackathon „Coding da Vinci“ durchgeführt, bei denen Teilnehmende mithilfe von Kulturdaten neue Zugänge zum Kulturerbe geschaffen haben.

 

Universitätsbibliothek

Auch die Universitätsbibliothek der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel nutzt Künstliche Intelligenz, um historische Dokumente zu entziffern. Eine Herausforderung bei der Erfassung von alten Texten ist jedoch, dass Handgeschriebenes oftmals sehr individuell und nicht für eine herkömmliche Texterkennungssoftware lesbar ist. Im Gegensatz zu gedruckten Schriftstücken muss so für die Digitalisierung von Dokumenten manuell transkribiert werden.

Als Teil der internationalen „READ-Genossenschaft“, welche das Ziel verfolgt, handschriftliche historische Texte möglichst automatisiert zu transkribieren, nutzt die UB in Kiel eine digitale Infrastruktur namens „Transkribus“. Diese Infrastruktur stellt eine cloudbasierte und virtuelle Forschungsumgebung dar, in der eine computergestützte Transkription sowie eine zu weiten Teilen automatische Texterkennung von alten Schriften und Dokumenten gelingen kann. Durch den Einsatz von KI und die Trainingsdaten engagierter Transkribierender aus der ganzen Welt lernt das Programm immerzu, Handschriftliches besser zu erkennen und zu lesen. Hierdurch soll in Zukunft der Zugang zu Altbeständen und historischen Schriftstücken für Fachwissenschaftler*innen, aber auch für interessierte Bürger*innen aus aller Welt rund um die Uhr niedrigschwellig möglich werden.

 

 

Kontaktdaten:

Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek – Kompetenzzentrum für digitale Transformation

Wall 47-51, 24103 Kiel

Website: www.schleswig-holstein.de/shlb

E-Mail: digital@schleswig-holstein.de

Twitter: https://twitter.com/shlb_kiel

 

UB Kiel

Leibnizstraße 9, 24118 Kiel

Website: https://www.ub.uni-kiel.de/de

Andreas Christ | Leitung Digital Humanities & Forschungsdaten

Telefon: +49 431 880-5421

Telefax: +49 431 880-1596

christ@ub.uni-kiel.de

 

[(Foto-) Quellen: SHLB, UB Kiel]