Digital Sightseeing – Part 5: Innovative Wissenschaft

Heute wollen wir Euch im Rahmen unseres Digital Sightseeings weitere innovative Orte in der Landeshauptstadt vorstellen und besuchen deshalb gemeinsam mit Euch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Fachhochschule Kiel. In unserer vergangenen Digital Sightseeing-Tour zum Thema Kultur im digitalen Wandel hatten wir bereits über die Universitätsbibliothek und den dortigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz gesprochen. Diesmal möchten wir aber vor allem einen Einblick in die hochmoderne Einrichtungen aus den Bereichen Nanosystemtechnik sowie Gensequenzierung geben.

Das Kompetenzzentrum für Nanosystemtechnik | der Reinraum im Kieler Nanolabor

Angesiedelt an der Technischen Fakultät der CAU dreht es sich im Kompetenzzentrum für Nanosystemtechnik vor allem um „neuartige medizinische Implantate, superelastische Legierungen und extrem sensitive Magnetfeldsensoren“ (Quelle: Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik (uni-kiel.de). „Nano“ bedeutet übersetzt „Zwerg“. Folglich beschäftigen sich Wissenschaftler*innen in der Nanotechnologie mit Materialien und Strukturen, deren entscheidenden Eigenschaften im Submikrometer- und Nanometerbereich zu orten sind. Während ein Mikrometer schon ein Millionstel Meter ist, stellt ein Nanometer ein nochmals Tausendmal kleineres Maß dar. Deshalb gilt es in der Nanotechnologie, in einer sehr sauberen Umgebung zu arbeiten, in der kaum Teilchen anwesend sind, denn schon ganz kleine Staubkörner würden Prozesse und Strukturen beeinträchtigen, die in der Nanotechnologie zum Einsatz kommen. 

Das Kompetenzzentrum für Nanosystemtechnik bietet auf über 600qm Nutzfläche Raum für Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet. Dabei spielen das Kieler Nanolabor sowie der dort angesiedelte Reinraum eine besondere Rolle. Seit seiner Gründung im Jahr 2008 können Wissenschaftler*innen dort mithilfe hochmoderner Ausstattung unterschiedliche lithografische sowie Depositions- und Ätzverfahren anwenden, um ihre Projekte voranzubringen. Viele zukunftsweisende Projekte sind auf dieser Weise im Nanolabor entstanden und erfolgreich bearbeitet worden. Ihre Ergebnisse werden bereits in Wirtschaftszweigen wie IT, Energietechnik oder Medizintechnik genutzt.

CCGA (Competence Centre for Genomic Analysis)

Für die Genomforschung, also dem Verfahren, das Erbgut eines Lebewesens zu analysieren, ist das Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Universität die erste Anlaufstelle. Als eine von vier Referenzeinrichtungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verfügt das dort ansässige Kompetenzzentrum für Genomanalysen (CCGA) über ein standortübergreifendes Netzwerk aus Expert*innen. Mithilfe von modernsten Sequenziergeräten wird hier die Erbinformation von unterschiedlichsten Organismen binnen kürzester Zeit entschlüsselt. Dabei variieren die Sequenzierprojekte stark – stark von Patientenproben, Tieren, Pflanzen bis hin zu Kleinstlebewesen und Krankheitserregern ist alles dabei. So war beispielsweise das CCGA, in Zusammenarbeit mit dem RKI, beim Aufbau der Corona-Diagnostik hier in Kiel eingebunden. Seither wird dort intensiv geforscht und sogenannte überwachende Virus-Sequenzierungen durchgeführt, welche dabei helfen sollen, Virusmutanten und deren Ausbreitung frühzeitig zu erkennen. Aber auch andere spannende Fragen kommen nicht zu kurz. So unterstützt das CCGA zum Beispiel die Erforschung von Erbkrankheiten und ihren genetischen Ursachen sowie Fragestellungen aus Ökologie und Evolution.

 

Das Interdisziplinäre Labor für Immersionsforschung an der FH Kiel

In Dietrichsdorf am Ostufer, am Nordufer der Schwentine gegenüber des Seefischmarkts, befindet sich die Fachhochschule Kiel. Dort dreht sich vieles um digitale Medien. Das Interdisziplinäre Labor für Immersionsforschung (LINK) beschäftigt sich als fachübergreifende Forschungseinrichtung vor allem mit innovativen Medientechnologien. „Immersiv“ steht dabei für „einbettend“ oder „eintauchend“, sodass Techniken wie Virtual oder Augmented Reality in die Forschungsgebiete des Labors fallen. Im LINK sind auch die Entwicklung von Mediensystemen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft von Interesse. Ein Fokus der Forschung liegt dabei auf der Verschmelzung von Mensch und Medium bzw. von Realität und Virtualität. Außerdem kooperiert das LINK mit externen Akteur*innen und bietet einen Experimentierraum für die Wirtschaft, Unternehmen und Institutionen. Dabei unterstützt das Team mitunter beratend bei Konzeption und Umsetzung von VR oder AR – Anwendungen sowie bei der Auswahl der passenden Hardware.

Anwendung finden immersive Medien nicht nur in den Räumen des Labors oder der Fachbereiche Medien sowie Informatik und Elektrotechnik, sondern auch im Mediendom auf dem Campus der FH Kiel. Er gehört zum Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation der Hochschule und stellt mit seiner Kuppel eine 360 Grad Projektionsfläche dar. Im Mediendom können Besucher*innen die Verschmelzung von Wirklichkeit und Virtualität selbst erleben und in unbekannte Welten eintauchen. Unterschiedliche Shows sowie Veranstaltungen für Jung und Alt zeigen dabei vielseitige Themen, unterstützt durch musikalische Untermalung.

 

Kontaktdaten:

Reinraum des Kieler Nanolabors

Dr. Dirk Meyners, Wissenschaftlicher Leiter

Telefon: 0431 880-6202 | dm@tf.uni-kiel.de

Dr. Antonio Malavé, Laborverantwortlicher

Telefon: 0431 880-6209 | ama@tf.uni-kiel.de


Institut für Klinische Molekularbiologie

Rosalind-Franklin-Straße 12
24105 Kiel

Dr. Sören Franzenburg
0431 – 500 15160 | s.franzenburg@ikmb.uni-kiel.de

 

Fachhochschule Kiel – Fachbereich Medien

Interdisziplinäres Labor für Immersionsforschung

Grenzstr. 3, Raum 3.05; 24149 Kiel

E-Mail: immersives.labor@fh-kiel.de

 

[(Foto-) Quellen: Uni Kiel,  Soul Picture Kiel, IKMB, Mediendom der FH Kiel]