#diwokiel19 – Verena unterwegs: Donnerstag (2 – Recap)

Moin diwokiel-Community,

an diesem heutigen Donnerstag bewegte ich mich zuerst einmal Richtung Halle 400, wo der Ocean Playground auf mich wartete. Ich begleitete eine Schulklasse zu verschiedenen über die Halle verteilten Stationen. An der Station des Förderverein für Medienkompetenz in Kooperation mit dem Ocean Global Verlag konnten die Schüler*innen an einem Workshop teilnehmen und unter kompetenter Anleitung eigene redaktionelle Beiträge verfassen. Für das Magazin „Raus“ sollten sie schreiben, was ihre Lieblingsaktivitäten im Winter sind. Dabei waren die Kids selbst für die Bildrecherche und den Text verantwortlich, der Artikel wird dann nach redaktioneller Prüfung im „Raus“ Magazin veröffentlicht. Dabei war das Spannendste für die Kinder und Jugendlichen, ihre eigenen Artikel in einem realen Magazin zu sehen. Dieser selbstschaffende redaktionelle Prozess soll dann zeitnah in und mit der Schulklasse aufgearbeitet werden. Für die Schüler*innen sicher eine total aufregende Erfahrung, ihre eigene textuelle Kreation auch veröffentlicht zu sehen. Direkt daneben befanden sich drei Stationen ausgestattet von Gadget.Garden. Dort konnte man u.a. VR-Brillen testen, die richtig spannende Inhalte boten: Am gruseligsten fand ich das Setting, mit einem Fahrstuhl in den 20. Stock eines New Yorker Hochhauses zu fahren und dort auf einer Holzplanke über die Häuser zu spazieren. Um das ganze noch spannender zu machen, wurde auf dem Boden eine Holzplanke gelegt und so hatte ich tatsächlich das (beängstigende) Gefühl, hoch oben über den Big Apple zu spazieren – Ich hab jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, würde es aber jederzeit wieder ausprobieren 😀 Nebenan konnte man virtuell Schlagzeug spielen, im Weltraum herumschweben oder unterschiedliche DJ-Pulte ausprobieren.
Das Interessanteste in der Halle war für mich allerdings das Trainingscamp für das Spiel ‚League of Legends‘, welches vom eSport-Bund Deutschland e.V. (ESBD) auf die Beine gestellt wurde, um das bundesweit erste Landeszentrum für eSport und Digitalisierung (LESZ) vorzustellen. Martin Müller, Projektleiter des LESZ, erklärte mir, dass das Trainingscamp von professionellen eSport Trainer*innen begleitet werde. Ziel dabei sei es, eSport mit Hilfe von Projekten und Veranstaltungen zu einem Breitensport zu machen. Dabei solle vor allem über die ganze Bandbreite dieses Sports aufgeklärt werden. Die Trainer*innen würden in ihrer Ausbildung in vielen Bereichen geschult: So gehören neben Erwachsenen- und Elternbildung im eSport-Kontext ebenso Kompetenzen im Bereich der nachhaltigen Gestaltung des Alltags von eSportler*innen. Dabei werde darauf geachtet, dass die Spieler*innen eSport in ihren Alltag integrieren, genug Ausgleich schaffen und bei Bedarf in einzelnen Bereichen gefördert werden. Es solle ein Raum geschaffen werden, in welchem eSport ausgeübt und ganzheitlich informiert werden kann. über ihn informieren zu können. Vor allem im Bereich der Elternbildung sei laut Martin ein erhöhter Nachholbedarf vorhanden – Dabei gehe es vor allem um Aufklärung, besonders von Personen mit keinem oder wenig Kontakt zu eSport. Das Trainingscamp beeindruckte auch durch technische Infrastruktur, die vorher so noch nicht gesehen habe. Und die Ausrüstung zu benutzen, fühlte sich wirklich toll an – überhaupt nicht zu vergleichen mit meinem klapprigen und langsamen Laptop. Die Tasten waren beleuchtet, die Rechner durchsichtig mit komplettem Blick auf die Technik, krass! Leider musste ich nach ein paar Levelaufstiegen weiter, aber ich schließe nicht aus, in den nächsten Tagen nochmal vorm Screen zu eskalieren 😉
Weiter ging es für mich mit einem Vortrag des Motivationstrainiers Matthias Herzog, der über Angstzustände referierte, die den Erfolgsprozess behindern würden. Das Leben und die Gesellschaft befänden sich in ständiger Veränderung, weshalb man sich selbst auch immer wieder verändern müsse. Sich immer wieder selbst zu reflektieren und neuen Herausforderungen zu stellen, hat Matthias an einem schönen Beispiel veranschaulicht: Man müsse sich eine schwebende Holzplanke wie in der oben von mir beschriebenen VR-Simulation vorstellen. Liegt das Holz auf dem Boden geht jeder darüber. Liegt es in fünf Metern Höhe gehen die meisten auch noch darüber – aber je höher man sich das Holzstück vorstelle, desto schwieriger würde die Sache. Sowohl Ocean Playground als auch das Trainingscamp des LESZ sind noch bis Samstagabend in der Halle400, checkt beides auf jeden Fall mal aus, es lohnt sich definitiv 🙂

Nach so viel getankter Motivation habe ich mich auf den Weg zum LEGO Serious Play im Wissenschaftszentrum gemacht. Als ich ankam, befanden sich 12 Teilnehmende in höchster Konzentration über ihren LEGO-Modellen. Der Kursleiter Simon Behrendt kreierte immer wieder verschiedene Aufgabenstellungen, die die Teilnehmenden mit ihren Legosteinen verwirklichen sollten. Begonnen wurde mit einem kleinen Set und jeder der Teilnehmenden bekam einen Begriff, den sie oder er mit den Steinen interpretieren sollte. Je weiter fortgeschritten die Aufgabenstellungen waren, desto größer wurde das LEGO-Set. Eine der Aufgaben war es, ein ‚Teammitglied aus der Hölle‘ zu bauen,  mit den schlimmsten Assoziationen, die man sich vorstellen könne, und es waren wirklich kreative Darstellungen dabei: Da gab es rote Schultern, repräsentativ für unangenehme Dominanz oder aber auch Stäbe am zusammengebauten Körper, die symbolisch Energie aus den bemitleidenswerten Arbeitskolleg*innen ziehen. So war der Kreativität keine Grenzen gesetzt und es war echt interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Aufgaben jeweils interpretiert wurden. Um sich nochmal selbst zu reflektieren und den Kommunikationsprozess zu hinterfragen, sollte jede Person nach jeder Runde einzelne Kreationen nochmal in eigenen Worten zu beschreiben. Diesen konsequent angewendeten Reflexionsprozess fand ich super. Und das zusammengebaute ‚Teammitglied aus er Hölle‘ solle man sich unbedingt auf dem Schreibtisch stellen, um sich immer wieder selbst daran zu erinnern wie man auf keinen Fall werden möchte 😉

Und so war mein vorletzter Tag der #diwokiel19 wieder vollgepackt mit neuen Reizen und Eindrücken, mit denen ich vorher wahrscheinlich niemals in Berührung gekommen wäre, und die mich nachhaltig inspirieren. Bisher gab es keinen Abend dieser Woche, an dem ich nicht noch länger drüber nachgedacht oder mich mit Freund*innen drüber unterhalten habe, was ich denn so alles erlebt und Neues kennengelernt habe. In diesem Sinne freue ich mich schon wieder ziemlich auf morgen und die sicherlich wieder auf ihre jeweils eigene Weise aufregenden Impressionen <3

Eure Verena