#diwokiel19 – Verena unterwegs: Mittwoch (2 – Recap)

Moin diwokiel-Community,

Wie heute Morgen angekündigt, stand für mich als erste Station der Green City Hackathon im KITZ auf dem Programm. Im Rahmen des Hackathons traten drei Teams gegeneinander an, die jeweils unterschiedliche Projekte verwirklichen wollten. Den Teilnehmer*innen wurden in Echtzeit Daten zu Verfügung gestellt, auf Basis derer sie unterschiedliche Konzepte für ein grüneres Kiel ausarbeiten konnten. Die Teams wurden willkürlich zusammengewürfelt, so dass sich Studierende, Externe und „Dataportis“ gemeinsam an die Sache setzten – Ich fand diese zufälligen Zusammensetzungen richtig cool, trugen sie meines Empfindens nach positiv zur Kreativität bei. Dazu muss man sagen, dass ich heute lediglich den zweiten Tag des Hackathons besucht habe, die Teams arbeiteten also bereits schon einen ganzen Tag an ihren Projekten, haben mir aber begeistert geschildert, wo sie denn jeweils so stünden: Die erste Gruppe hatte sich als Ziel gesetzt, den Verkehr in der Kieler Innenstadt zu entzerren. Die App, die sie theoretisch entwerfen wollen würden, solle verbesserte Auskünfte über den ÖPNV geben und gleichzeitig auf Pendler*innenparkplätze hinweisen. Dadurch könne eine Person besser über die Beförderungsmittel zum entsprechenden Parkplatz informiert werden, oder wie sie schneller von diesem weg kommt. Weiterhin solle es mit der App möglich sein, Tickets für den ÖVPN zu kaufen, der dann besser mit anderen Verkehrsmitteln, bspw. dem Auto, verzahnt werden könnte. Dadurch existiere ebenfalls ein Vorteil für die Verkehrsbetriebe, die mit Hilfe der App Echtzeitdaten der Kund*innen bekämen und so ihr Netz passgenau den Anforderungen nach ausbauen könnten.
Die zweite Gruppe nannte ihre App ‚Green City Navigator‘ und hatte ein ähnliches Ziel vor Augen, nämlich die einzelnen Verkehrsmittel besser miteinander zu vernetzen. Die App sei primär als Navi zu betrachten, das von A nach B führe und auf dieser Strecke alle möglichen Fortbewegungsmittel mit einbeziehe. Sie solle mit offiziellen Daten der Landeshauptstadt Kiel arbeiten, um gleichzeitig wiederum für die Stadtplanung genutzt werden zu können. Ebenfalls würden in der App Umweltaspekte berücksichtigt, indem unterschiedliche Kategorisierungen der Routen möglich seien: bspw. schnellste Route, kürzeste Route oder eben auch ‚grünste‘ Route. Wenn Letztere vom User nicht gewählt würde, sei es möglich, einen Co2-Ausgleich an unterschiedliche Organisationen oder Projekte zu spenden. Neben einer Vielfalt von Verkehrsmittelkombinationen könnte die App via Sensorik dazu beitragen, freie Parkplätze zu finden – die schnellste, kürzeste und ‚grünste‘ Route dort hin selbstverständlich inklusive 😉
Das letzte Team hat sich mit genau diesen Parkplätzen in Kiel auseinandergesetzt: Auf Grundlage neuer Sensorik-Parkplätze in der Kieler Altstadt hat das Team diese Entwicklung weitergedacht und lässt ihre App genau darauf basieren: So solle in naher Zukunft jeder Parkplatz in Kiel mit Parkplatzsensorik ausgestattet ist und die App der jeweiligen Nutzer*in anzeigen, wo freie Parkplätze seien. Lange Parkplatzsuche würde so erspart bleiben – ganz nach dem Motto: „In Kiel schnell ans Ziel.“ Ich hoffe, dass es diese Apps irgendwann tatsächlich im App Store zum herunterladen gibt, denn die würden all meine Extra Apps, die ich für den Verkehr so auf meinem Iphone habe überflüssig machen. Und wer macht sich das Leben nicht gerne leichter und gleichzeitig grüner?! 😉

Auf den zweiten Teil des heutigen Tages habe ich mich im Vorfeld besonders gefreut: Ich durfte Profifussballer und eSportler von Holstein Kiel bei ihrer Stippvisite der #diwokiel19 begleiten. Mit dabei waren die Spieler Finn Porath und Niklas Jakusch, sowie die eSportler Nils Mohr und Yannik Ersahin. Jan Krajewski, Digital Media Manager von Holstei,n erläuterte mir, dass die eSportler in ihrer Freizeit auch im Verein Fußball spielen und so eine fruchtbare Verbindung von Fußball und „eFootball“, wie er es genannt, geschaffen würde. Die Spieler könnten so voneinander lernen: Denn der eine, der in seiner Freizeit gerne Fifa zockt und professionell Fußball spielt, kann von den eSportlern lernen und umgekehrt. Fußball in der Freizeit sei so auch eine willkommene Abwechslung zur Anstrengung des eSports und eine perfekte körperliche Ergänzung dazu. Wie der analoge Fußball immer digitaler wird, sehe man nicht nur an der Integration in den Vereinen und in der zunehmenden Akzeptanz von eSport, sondern bspw. auch an der Verbesserung der Auswertung von Spielerdaten. Diese würden innerhalb des Sports immer wichtiger und so werde der Begriff des „gläserner Spielers“ immer relevanter. Laut Jan sei der Verein RB Leipzig Vorreiter in der digitalen Auswertung von Spielerdaten: Zum Beispiel werde abgefragt, was es zum Frühstück gab, wie sich die Spieler gefühlt haben oder womit sie zu kämpfen hatten. Das wird dann in ihrem individuellen Profil ergänzt uns ausgewertet und so können Prognosen oder spezifische Pläne produziert werden.
Zurück zum Besuch der Holstein-Spieler: Ganz nach dem Motto „trial and error“ ließen sich die Spieler von den geschulten diwokiel-Volunteers auf unserem „Alle machen MINT“-Stand im Citti-Park Robotik für Einsteiger*innen und Kinder erklären. Dabei ließen sie die Roboter in verschiede Richtungen laufen und programmierten ein Exemplar so, dass auf seinem Anzeigeschild „KSV“ leuchtete. Ein bisschen zu viel Spaß hatten die Spieler dann am Game ‚Matatalab‘, das für Kinder ab 4 Jahren als Einstieg zum Programmieren dient. Finn und Niklas überlegten sogar kurz, sich das Game sogar zu Weihnachten zu wünschen 😉 Weiter ging es dann zur diwokiel-Area Kiellinie-Nord, um den Spielern die SprottenFlotte und die Ausstellung zur Mobilität der Zukunft zu zeigen. Nach einer Runde auf dem Lastenfahrrad setzten sich die eSportler noch VR-Brillen auf, um mit dem Fahrrad virtuell durch Kopenhagen zu cruisen.
Ich fand es sehr interessant, dass Fußballspieler und eSportler bei ihrem Besuch auf der #diwokiel19 als Einheit aufgetreten sind. Daran erkennt man meiner Meinung nach, in welch großem Ausmaß der eSport bereits integriert und akzeptiert wird. Ich würde mir wünschen, dass das nicht nur bei „Fifa“ so beispielhaft gefördert wird, sondern das Digitale in Verbindung mit analogem Sport insgesamt noch ausgeweitet würde. Alles in allem war die kleine Tour mit Holstein hochinteressant und wenn ich es terminlich hinbekomme, werde ich mir ihre Konsolen-Skills am Samstag beim Trainingscamp des City E-Cup in der Halle mal genauer anschauen.
Den ursprünglich geplanten dritten Programmpunkt des heutigen Tages, dem Bürger*innengespräch mit unserem Digitalisierungsminister Jan-Philipp Albrecht, musste ich aus Zeitgründen leider spontan canceln, wäre aber wirklich total gerne dabei gewesen.  Sorry auf jeden Fall an diejenigen, die sich darauf gefreut haben! Aber morgen und übermorgen habe ich noch ein paar interessante Veranstaltungen der dritten Digitalen Woche Kiel in petto. Ihr dürft also gespannt bleiben 😉

Bis morgen früh,

Eure Verena