#diwokiel19 – Verena unterwegs: Montag (2 – Recap)

Moin diwokiel-Community,

Mein erster Tag der #diwokiel19 war vollgepackt mit tollen Veranstaltungen:

Begonnen hat er im RBZ Technik Kiel beim OKSH Maker Space. Ein sehr spannender und praktischer Einstieg in ‚meine‘ Digitale Woche Kiel. Wie schon erwähnt halten sich meine technischen Kenntnisse durchaus in Grenzen. Auch wenn das Zocken auf der PS4 einen Großteil meiner Freizeit verschlingt, geht mein technisches Wissen nicht über die Kenntnisse gefühlt jedes anderen 90er-Kindes hinaus. Deshalb war ich begeistert, mit was für einfachen Mitteln man ein technisches Erlebnis zaubern kann. Die Schulklasse, die ich begleitet habe, war recht klein und daher konnten sich die Schüler*innen perfekt auf die einzelnen vom OKSH aufgestellten Stationen aufteilen. Dabei konnten so spannende Dinge wie ein 3D-Drucker oder eine Nähmaschine nach eigenen Wünschen programmiert werden. Lustig fanden die meisten Kids auch die zwei VR-Stationen, bei denen man in verschiedene Welten eintauchen konnte. Besonders heftig lachen musste ich als jemand das Schlagzeugspiel wählte. Da wusste ich nämlich, wie dämlich ich aussah als ich es ausprobiert habe – Das ist gar nicht so einfach, macht aber riesigen Spaß. Meine Gamer-Skills konnte ich auch an der Flappy Bird Station unter Beweis stellen. Dabei konnte man den kleinen Vogel in dem schon von Beginn an nicht einfachen Game mit verschiedenen Obstsorten steuern, die mit einer Platine verbunden waren. Bei Flappy Bird war der Befehl einfach: Hier gab es nur einen Apfel, den man drücken musste und der Vogel flog hoch – Wenn man ihn los lässt, sinkt er runter. Bei dem Spiel Tedris [sic] hingegen sah die Welt schon ganz anders aus. Hier gab es verschiedene Obstsorten, die wiederum verschiedene Befehle gaben. Drehen, links, rechts und nach unten beförderten die Stücke da hin, wo man sie haben wollte. Das Schwierigste war, sich zu merken, welche Obstsorten nochmal welchen Befehl gaben 😀 Die Stationen waren mit sehr viel Liebe umgesetzt und wurden kompetent beraten. Auch am Spaß der Schüler*innen konnte man erkennen wie viel wert es ist, Dinge selbst zu testen.

Nach so viel Praxiserlebnis machte ich mich auf den Weg zu meiner zweiten Veranstaltung: ‚Verkehrsmanagement in der KielRegion‘ begann schon mal mit einer freundlichen Begrüßung durch den Redner Martin Kliesow. Den lernten die 10 Personen, welche dem Vortrag beiwohnten, bei einem leckeren Hot Dog direkt näher kennen. Gestärkt und happy über die unverhoffte Mahlzeit war ich begeistert über den regen Austausch in unserer kleinen Gruppe. Zu Beginn hat uns Martin kurz in den Green City Plan eingeführt, dem das Ziel innewohnt, ein modernes Verkehrsmanagement aufzubauen. So sollen neben Mobilität als Service auch intelligente Verkehrssteuerung, aktuelle Verkehrsinfotafeln oder intelligente Zielführungen umgesetzt werden. Martin hat das an einem tollen Beispiel veranschaulicht: Um hohe Verkehrsaufkommen auf Stadtringen zu kontrollieren, sollen intelligente Verkehrsschilder aufgestellt werden, die bspw. bei ungünstiger Wetterlage die Geschwindigkeit individuell und in Echtzeit regeln. Gleichzeitig sollen die Pendler*innen an den jeweiligen Tagen über Apps zum potenziell hohen Verkehrsaufkommen informiert werden, ebenso wie über die ungünstige Wetterlage, die die Schadstoffdichte zusätzlich begünstigt. Auch sollen dann automatisch Systeme greifen, die an derlei Tagen die Tickets im Nahverkehr vergünstigen. So soll ein Anreiz geschaffen werden, Personen auf alternative Verkehrsmittel umzulenken und Staus oder überfüllte Verkehrsregionen zu entlasten. Spannend war auch Martins Input zum Projekt SprottenFlotte. In meiner Studierenden-Blase kennt dieses Bikesharing-Unternehmen schon nahezu jede*r. Zum Beispiel wusste ich aber nicht, dass das Unternehmen erst vor ein paar Monaten an den Start ging, noch in der Pilotphase steckt und vom Bund finanziert wird. Es werde laut Martin gut angenommen und vor allem für die Verknüpfung von Verkehrsmitteln genutzt, wie z.B. An- und Abreise vom Bahnhof. Und auf diese Strecke aufs Fahrrad ausweichen zu können, ist eine willkommene Entwicklung.

Nach der Diskussionsrunde konnte ich mir noch die Mobilitätsaustellung in unserer diwokiel-Area Kiellinie-Nord genauer ansehen, und auch dort wurde der Schwerpunkt auf Elektromobilität und das Fahrrad gelegt. 18 Prozent aller Wege in Kiel werden mit dem Fahrrad zurückgelegt und bis 2035 sollen es 25 Prozent werden. Um das zu erreichen werden ‚Bike and Ride Stationen‘ eingerichtet und die Bedeutung des Fahrrads für Kiel in die Planung integriert. Ein gutes Beispiel dafür ist die fast fertig gestellte Veloroute, die jetzt schon von ca. 4.500 Radfahrer*innen täglich genutzt wird. Die einfache Zugänglichkeit, mit der man sich im Rahmen dieser Ausstellung in der diwokiel-Area den ganzen Tag über das Thema Mobilität informieren kann, macht schon Spaß. Denn nicht jede*r hat die Zeit, sich in einen kompletten Vortrag zu einem Thema zu setzen. Meiner subjektiven Einschätzung nach ist Kiel auf einem guten Weg in Richtung Fahrradstadt, was ich als Zweirad-Fan natürlich sehr begrüße.

Mit Rucksack auf dem Rücken und Energieriegel in der Hand sprinte ich danach zur letzten Veranstaltung für heute: ‚Cybersecurity – Neue Herausforderung für Krisenprävention und -management‘. Dabei sollte es vor allem um die Sensibilisierung gehen. Interessant zu Beginn war, dass ich mit meiner bunten 80er Jahre Jacke herausstach, wie Karla Kolumna bei Benjamin Blümchen. Ich und eine andere Frau waren die einzigen, äußerlich erkennbar weiblichen Personen in diesem Raum, in dem ansonsten ausschließlich Männer anwesend waren. Da diese Veranstaltung stark auf Führungskräfte als Zielgruppe ausgelegt war und in Deutschland nur ca. 29 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt sind, erscheint mir derlei Verteilung nicht verwunderlich. Zu Beginn gab es einen 30-minütigen Input über das Thema Cybersecurity, was für einen Laien wie mich wirklich sehr spannend war. Dabei kristallisierte sich auch heraus, dass Cybersicherheit keine rein technische Herausforderung ist, denn eine Firewall helfe nur bedingt, wenn ein*e Mitarbeiter*in den Virus ins System einlade – Denn auch mit der stärksten Virensoftware verhindere man kein menschliches Versagen. Nach diesem ersten Input ging es in zwei Diskussionsrunden weiter, bei denen wir uns kurz vorstellten. Die Teilnehmer*innen kamen von der Landespolizei, dem Ministerium für Umwelt, dem Landwirtschaftlichen Buchführungsverband und noch ein paar anderen Institutionen und Firmen Schleswig-Holsteins zusammen. Diese spannende Kombination aus verschiedenen Disziplinen ergab eine angeregte Diskussion, da auch ein paar der Anwesenden schon vereinzelt Erfahrungen mit Hackerangriffen gemacht hatten. Als Fazit aus dem anschließenden Vortrag von Peter Schottes ziehe ich auf jeden Fall die Notwendigkeit, Mitarbeiter*innen in Unternehmen in Grundlagen zu schulen und vor allem auch zu verantwortungsvollen, mündigen Nutzer*innen auszubilden. Die weiteren Vortragenden stellten Konzepte vor, wie an die Mitarbeitenden herangetreten werden könne und vor allem auch, wie Unternehmensstrukturen oft daran Schuld seien, wenn sich Mitarbeiter*innen nicht mündig oder verantwortungsvoll verhielten. So müsse daran gearbeitet werden, mit besserer Kommunikation und Integration der einzelnen Mitarbeiter*innen ein Umfeld zu schaffen, in dem es nicht heißt: „Dafür bin ich nicht zuständig“, sondern „Darüber informiere ich mich gerne, denn mich mündig und verantwortungsvoll zu verhalten, bringt mir einen Mehrwert im Unternehmen“. So müssten auch hierarchische Strukturen abgebaut werden, um die Mitarbeiter*innen als Teile des Unternehmens zu integrieren, die das ‚bigger picture‘ sähen.

Alles in allem richtig interessanter und vielseitiger Input. Mein Kopf rotiert auf jeden Fall noch ganz schön und ich freue mich jetzt schon auf den morgigen Dienstag, Bis morgen früh dann hier im Blog,

Eure Verena