Lie Detectors – den Fake News auf der Spur

„Fake News“ sind für uns alle ein Thema. Zu erkennen, welche Nachrichten und Informationen der Wahrheit entsprechen, ist nicht immer einfach.

Besonders in einer schnelllebigen Gesellschaft, in der Überschriften oft die gesamte Informationsbeschaffung ausmachen, fällt es schwer zwischen Wahrheit, Halbwahrheit und „Fake News“ zu unterscheiden.

Die jüngere Bevölkerung ist häufig mit Falschinformationen konfrontiert. Sei es in Youtube-Videos mit schlecht recherchierten Quellen, bei Influencern, die bei TikTok möglichst vielen Klicks hinterherjagen oder in anderen Sozialen Medien in denen Links geteilt werden, ohne die Quellen zu bewerten.

So stellt sich die Frage: „Wie gehen wir damit um?“ Ist es auch eine Aufgabe der Gesellschaft, die Jugendlichen im Internet mit an die Hand zu nehmen und anzuleiten, wie sie prüfen können, ob etwas der Wahrheit entspricht? 

 

Ein Schulbesuch mit den Lie Detectors

Die Lie Detectors, gegründet von Juliane von Reppert Bismarck ist eine europäische Organisation mit Hauptsitz in Brüssel. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren direkt in den Schulen über Fake News aufzuklären. Das Team der Lie Detectors besteht aus Journalist*innen, die in Deutschland, Belgien, Schweiz, Österreich und Luxemburg tätig sind. Neben ihrer Tätigkeit wollen sie den Jugendlichen Instrumente und Werkzeuge an die Hand geben, um Falschnachrichten auf die Schliche zukommen.

Julia Kuttner, eine freiberufliche Journalistin, die unteranderem redaktionell für Tagesschau-Artikel auf tagesschau.de verantwortlich ist, war in dem Kieler Förderzentrum Lernen in der Gutenbergstraße bei einer Klasse zu Besuch, wir durften sie begleiten und den Kurs live miterleben.

Die Klasse hatte zuvor Material bekommen, um sich in das Thema einzulesen und vorzubereiten. In diesen Arbeitsbögen wurden verschiedene Nachrichten und Schlagzeilen thematisiert.

Zu Beginn ging es erst einmal ums Kennenlernen der Klasse. Nachdem Julia sich vorgestellt hatte, fragte sie nach den sozialen Netzwerken auf den die Schüler*innen unterwegs sind und welche Endgeräte sie hierfür nutzen. Die 12 bis 14-jährigen Schüler*innen nutzen alle Smartphones und sind primär auf Youtube, TikTok und Instagram unterwegs.

Der thematische Einstieg wurde mit drei verschiedenen Fake News Beispielen gestaltet. Neben einem Artikel des Postillions, der offensichtlich fiktiv war, gab es zwei weitere Beispiele. Eine Sensationsstory, die einen südostasiatischen Mann als Jemanden inszenierte, der eine Kobra geheiratet hatte, die die Wiedergeburt seiner verstorbenen Frau verkörperte. In dem dritten Beispiel wurden Kettenbriefe zu illegalen Drogen auf dem Schulhof in Gruppenchats thematisiert.

Jede dieser Nachrichten wurden als Fake News entlarvt. Bei der Sensationsstory herrschte allerdings Skepsis, ob diese Geschichte nicht doch wahr sein könnte.

Bei einer Gruppenarbeit konnten die Schüler*innen nachforschen, ob sie weitere Informationen zu dem Kobra-Artikel finden, um diesen als fiktiv zu enttarnen. Schnell haben die sie ähnliche Artikel gefunden, in dem die Details der Story immer mehr von dem ursprünglichen Artikel abwichen. Mit einer Bilderrückwärtssuche in Google, die auch schon zuvor in den begleitenden Arbeitsblättern geübt wurde, wurde schnell der Ursprung der Geschichte deutlich. Nichts, was in dem Artikel erwähnt wurde, entsprach der Wahrheit.

Die Erkenntnis aus der Gruppenarbeit ist: „Hinterfragen und nachforschen!“.

 

Die Aufgaben des Journalismus

Nach einer kleinen Pause fragte Julia Kuttner, was die Motivation hinter den Falschmeldungen sei. Neben Satire oder einem Scherz, wie bei dem Artikel des Postillions, sind besonders einseitige Beeinflussung, Verunsicherung der Bevölkerung, Geld und Ruhm ausschlaggebend für die Erstellung dieser Nachrichten.

Wenn es dann doch nur ein Scherz sein soll, ist es wichtig, dass man diesen auch eindeutig erkennt. Sonst gerät der Stein ins Rollen und die Lesenden werden unbeabsichtigt in die Irre geführt.

Mit „Clickbait“ wie zum Beispiel durch provokative Überschriften oder absurde Bilder, wird der Fokus auf die Artikel gelenkt. Durch diese Praktik erhält man das, was im Internet zählt: „Clicks“ und „Views“, wie der passende Begriff schon verrät!

Umso wichtiger ist die Arbeit der „Lie Detectors“. Den Schüler*innen werden Mittel an die Hand gegeben, um nicht einfach alles zu glauben, was Schwarz auf Weiß im Netz steht. Etwas, was auch Erwachsene lernen müssen. Vielleicht sind die jüngeren Generationen den Erwachsenen hier einen Schritt voraus, denn sie wachsen  mit der Informationsflut im Internet auf und haben zum Teil einen kritischeren Blick auf das was ihnen dort begegnet. In jedem Fall ist es wichtig, dass sich die Heranwachsenden zusammen mit ihren Eltern mit den Themen befassen, die ihnen im Netz über den Weg laufen.

Zum Schluss konnten die Schüler*innen Julia alles fragen, was sie noch über „Fake News“ und den Beruf des Journalisten wissen wollten.

Vielen Dank für diesen spannenden Einblick in die Arbeit der „Lie Detectors“.

Hier findet Ihr weitere Informationen zu den Lie Detectors

 

Bilderquellen:

Titelbild + Portrait Juliane von Reppert Bismarck: Lie Detectors 

Bild Klassenbesuch: D. Frehner