KI, Mut und Zukunftsoptimismus: Das war die #diwokiel26
Zum Start der Digitalen Woche Kiel 2017 galt das Internet vielen Menschen noch als „Neuland“ – heute durchdringt Digitalität jeden Bereich unseres Lebens.
Mit diesem Wandel gehen große gesellschaftliche Fragen einher: Was bedeuten neue Technologien wie Künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt? Wie schützen wir unsere Demokratie vor Gefahren aus dem Netz? Und wie gelingt die Gestaltung einer digitalen Zukunft, die die großen Chancen neuer Technologien nutzt und verantwortungsvoll die Risiken minimiert?
Die 10. Jubiläumsausgabe der Digitalen Woche Kiel hat darauf Antworten gesucht. In über 200 kostenfreien Veranstaltungen in ganz Kiel konnten Menschen die Chancen einer digitalen Zukunft diskutieren, neue Perspektiven entdecken und konkrete Lösungen entwickeln – vor allem ging´s um Künstliche Intelligenz und deren Bedeutung für Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft.
Zwischen KI, Robotaxis und Zukunftsoptimismus
„KI – was bleibt, wenn alle alles können?“ Mit dieser Frage eröffnete Gregor Schmalzried offiziell die #diwokiel26. Der Journalist und KI-Experte setzte damit direkt den Ton für die Jubiläumsausgabe: KI verändert unser Leben bereits heute massiv – und gerade deshalb müssen wir diesen digitalen Wandel mutig und aktiv gestalten. Noch werde vor allem über technische Möglichkeiten gesprochen, aber zu selten über die Frage, wohin wir damit eigentlich wollen. Schmalzried brachte es auf den Punkt: Wozu möchten wir KI eigentlich nutzen – und vor allem, wozu auch nicht?
Auch wenn KI als Thema heraussticht, ist sie nicht die einzige technologische Entwicklung, die aktuell stattfindet. Beim Silicon-Valley-Abend zeigte Thomas Schulz aus der SPIEGEL-Chefredaktion eindrucksvoll, welche Trends in den USA bereits Realität sind. Der Autor und Journalist machte anhand der Themen Longevity und Robotaxis deutlich, dass Technologien, die heute noch futuristisch wirken, schon bald auch unseren Alltag in Deutschland beeinflussen könnten und wir lernen müssen, damit umzugehen. Wie? Am besten mit einer gehörigen Portion Zukunftsoptimismus, empfiehlt Schulz: Die Innovationskultur aus dem Silicon Valley nach Deutschland bringen, um kreative Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden.
Vom Silicon Valley ging es in die deutschen Klassenzimmer: Nirgendwo sonst wird wohl deutlicher, wie sehr Digitalisierung uns als Gesellschaft betrifft. Der Umgang mit Smartphones, Social Media und inzwischen auch KI sorgt immer wieder für Diskussionen zwischen Lernenden, Eltern, Lehrkräften und Schulen. Die Bildungsexpertin Silke Müller zeigte eindrucksvoll, wie deutsche Schulen fit für die digitale Zukunft werden können: mit moderner Infrastruktur, digital kompetenten Lehrkräften – und vor allem durch intensive Beziehungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Digitale Souveränität – made in Schleswig-Holstein
Als #diwokiel sind wir überzeugt: Große Lösungen entstehen nicht nur in den digitalen Hotspots der Welt wie dem Silicon Valley, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Ein starkes Beispiel dafür ist in Schleswig-Holstein die Umstellung der öffentlichen Verwaltung auf Open Source, angestoßen von Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. Sie zeigt, wie staatliche Institutionen langfristig unabhängige digitale Infrastrukturen aufbauen können. Genau diesen Gedanken griff auch der WebMontag Spezial auf und übertrug ihn auf die Arbeitswelt: Wie können Unternehmen erfolgreich auf Open Source umsteigen? Wichtigste Erkenntnis: Die größte Herausforderung ist oft nicht die Technik selbst, sondern der Umstellungsprozess. In jedem Fall braucht so ein solcher Schritt Mut. Wie gut, dass die legendäre IgNITE Kiel genau das in diesem Jahr zum Thema gemacht hat! Zahlreiche Akteure aus der Region erzählten von mutigen Entscheidungen, mit denen sie ihre persönliche Situation oder ihre Organisationen verändert haben.
Eine Stadt erlebt Digitalisierung
Antworten auf große Fragestellungen zu finden ist wichtig – aber echte Veränderungen gelingen nur, wenn wir die gesamte Stadtgesellschaft auf diesem Weg mitnehmen. Dafür braucht es Orte, an denen Menschen zusammenkommen und Digitalisierung ausprobieren, entdecken und erleben. Ganz gleich, wie alt sie sind, welchen Beruf sie haben oder welches digitale Thema sie interessiert. Als #diwokiel wollen wir genau diese Orte in der Stadt schaffen: in Unternehmen, Institutionen, Schulen oder Hochschulen. Möglich wird das vor allem durch die vielen großartigen Angebote aus der Community, die auch in diesem Jahr Teil der #diwokiel waren. Auf dem Jugend-Digitalfestival Future Splash haben sich Jugendliche in Workshops mit lokalen Content-Creator*innen ausprobiert. Beim Mitmachtag im Kulturspeicher SH konnten die Menschen Virtuelle Welten erleben, mit Robotern interagieren oder ein KI-Lastenrad nutzen. Lehrkräfte konnten in zahlreichen Workshops Impulse für modernes Lernen mit KI mitnehmen. Die #diwokiel26-Besucher*innen konnten KI-Agenten bauen, Games zocken, KI-Wallpaper kreieren und vieles mehr. Wir freuen uns nicht nur darüber, wie viele Menschen diese Veranstaltungen mit Leidenschaft organisiert haben – sondern vor allem darüber, wie viele Besucher*innen dabei waren, mitdiskutiert, ausprobiert und unsere digitale Zukunft aktiv entworfen haben.
Gemeinsam in die Zukunft
Den Abschluss der #diwokiel26 machte die Autorin und Tech-Expertin Aya Jaff. Mit einem kritischen Blick auf die Welt der Big-Tech-Konzerne sprach sie über Macht, Verantwortung und die Frage, wie wir technologische Entwicklungen als Gesellschaft mitgestalten können. Im anschließenden Austausch mit dem Publikum wurde deutlich, wie groß das Bedürfnis nach einer Auseinandersetzung mit der Digitalität unseres Alltags und dem wachsenden Einfluss von KI ist. Auf die Frage, was ihr Hoffnung für die Zukunft macht, antwortete Aya Jaff: „Die kritischen Fragen heute hier zur #diwokiel!“. Und traf damit die DNA der Digitalen Woche Kiel: gemeinsam diskutieren, voneinander lernen und gute Lösungen für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft finden.